Steigen wir doch mal mit einer Anekdote ein… Als ich die ersten Töne von And The Golden Choir vernahm, befand ich mich gerade mit Phillip Boa im Backstage der Hamburger Markthalle. Während wir gerade ein Interview führten, war vom Saal aus der Soundcheck von And The Golden Choir zu hören, die Phillip Boa auf seiner Tour begleiteten und Boa sagte sinngemäß so etwas wie: „Da singt ein Mann.“ Und tatsächlich: Mitunter sind es ganz schöne Höhen, die Tobias Siebert, der sich auch als Produzent bereits einen Namen machen konnte (unter anderem für den bereits erwähnten Phillip Boa), mit seinem Solo-Projekt And The Golden Choir anschlägt. Aber er fühlt sich nicht nur in den Höhen wohl.

Nicht nur, aber auch, das zeigt unter anderem eine melancholische MidTempo-Nummer wie Holy Diamond, das auf sanften Füßen begegnet, aber einen dennoch gut mitnehmen kann. Es sind dabei häufig die ruhigeren Nummern bis ins mittlere Tempo, was auch das folgende My Brothers Home beweist, das mit klaren Gitarrenklängen und klatschenden Händen im Chorus viel Gefühl vermittelt und dabei zwar nachdenklich, aber doch mit positiven Emotionen begegnet. Aber er kann auch den flott treibenden Pop-Song, das beweist das mit Ohrwurm-Potenzial angereicherte Dead End Street auf hervorragende Art und Weise.

Insgesamt 12 Stücke sind es, die uns Tobias Siebert hier mit And The Golden Choir auf Another Half Life präsentiert. 12 Perlen möchte man sagen, denn Aussetzer sucht man vergebens. Eine sehr frühere Bereicherung des noch jungen Jahres 2015 hat er hier geschaffen, das im Spannungsfeld von Singer-Songwriter bis hin zum Indie-Pop agiert.

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Homepage: www.andthegoldenchoir.com
Facebook: www.facebook.com/andthegoldenchoir

Text: Marius Meyer