Eine Power Electronics-Veröffentlichung, die was von Instrumenten im Titel trägt, wirkt erst einmal seltsam. Dass der Begriff Instrumente aber mehr als Musikinstrumente beschreibt, zeigt dann wiederum das Cover, das Instrumente an einem Leichenschädel zeigt, an dem eine Lobotomie oder ähnliches durchgeführt wurde und damit dann eben doch zum Genre passt. Ohnehin hätte man von Anenzephalia kaum etwas anderes erwarten können, so auch nicht auf dieser Compilation, auf der Stücke von sehr raren Vinyl-Veröffentlichungen zusammengefasst wurden. Auffällig ist allerdings, dass Instrumentalities zu keiner wie eine Werkschau wirkt, sondern tatsächlich wie ein Album, dass keinerlei Brüche aufweist.

Stattdessen zeigt die Veröffentlichung die Vielseitigkeit des Projekts: Von monoton wummernden Noise-Stücken bis hin zu hämmerndem Industrial wird eine breite Palette abgedeckt. Was alle Stücke aber vereint, ist eine unterschwellige Aggressivität, die jedoch nie komplett ausbricht. Stattdessen scheinen sich immer wieder Risse aufzutun, die einen in Abgründe blicken und ein Gefühl der ständigen Bedrohung aufkommen lassen. Bei der Grundstimmung wirken dann Stücke, die melodische Züge aufweisen dann eigentlich nur noch makaber, was zum Beispiel für Fernmeldung/Störung 0 gilt. Besonders, wenn diese nach Stücken wie Mechanical Rape kommen, die einfach nur Gänsehaut aufkommen lassen und dem Hörer ein Aufeinanderprallen von Chören und noisigen Klangschleifen und Schreien bieten.

„Songs to support your personal pursuit of happiness“, so beschreibt das Label das Album und glücklich kann man sich mit dieser Veröffentlichung wirklich schätzen: Da alle Stücke atmosphärisch sehr dicht sind und sonst nur für viel Geld zu haben sind, ist Instrumentalities eine notwendige Veröffentlichung gewesen.

Text: Tristan Osterfeld