Es gibt verschiedene Wege, Künstler für sich zu entdecken und zu erschließen. Der klassische Weg ist wohl: Musik anhören, gut finden, kaufen, genießen. Der andere Weg hingegen: Den Namen irgendwie schon einmal gehört haben, sehen dass der Name in der Stadt ist, hingehen, überraschen lassen, hinterher genießen. So jüngst geschehen bei Anna Aaron, die nach dem Konzertbesuch in der Prinzenbar auch auf CD konsumiert werden wollte. Zurecht, wie man schnell feststellt, wenn man sich das Album anhört. Nach den Stationen Asien, England und Neuseeland in der Kindheit ist sie wieder in der Schweiz ansässig, seit sie neun ist – seit 20 Jahren also. Und auch, wenn sie es bestreitet*, möchte man meinen, dass diese Stationen ihr eine gewisse Prägung in der Musik eingebracht haben.

Es ist wohl vor allem der sakrale Touch, der immer wieder durchscheint, beispielsweise in der Single Stellarling, die Choräle hat, aber sich vor allem später als ein raues Stück entpuppt mit süßlichen Momenten im Chorus durch das von Anna Aaron gespielte Piano. Es kann aber auch geradliniger und poppiger werden, was eine Nummer wie Labyrinth präsentiert. Über allem schwimmt die einprägsame Stimme der Künstlerin, die mitunter beschwörerische Dimensionen annimmt, wie im unheimlich anmutenden Doubleclub, das vom einen Moment auf den anderen das Unheimliche in Harmonie umschwingen lässt.

Dennoch erscheint es alles nie sprunghaft, was Anna Aaron da macht. Auch die verschiedenen stilistischen Einflüsse passen immer mit unter einen Hut, wenn beispielsweise Heathen eher in Richtung Elektropop geht. Im Endeffekt ist Anna Aaron damit ein spannendes Album voller Überraschungen gelungen, das auch dann noch gut funktioniert, wenn man nach mehreren Durchläufen vertraut ist.

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Homepage: www.annaaaron.com
Facebook: www.facebook.com/annaaaronmusic
Twitter: www.twitter.com/AnnaAaronMusic

* Quelle: www.soundkartell.de/anna-aaron-im-interview/

Text: Marius Meyer