Dieses Jahr erschien mit Feast das inzwischen vierzehnte Album von Annihilator. Passend dazu wurden drei Alben, die nach der Jahrtausendwende erschienen sind, neu veröffentlicht. Dazu gehört zuerst das Livealbum Double Live Annihilation, auf welchem noch der alte Sänger Joe Comeau zu hören ist, sowie die Studio-Alben All for you und Schizo Deluxe, auf denen dann Dave Padden den Gesang übernommen hat. Im Grunde erzählen die drei Alben die Geschichte eben den Wechsel des Sängers nach, der bei fast allen Bands einen der kritischsten darstellt. Dementsprechend waren auch die Reaktionen der Hörer, die die einzelnen Alben hervorriefen, aber dazu im Folgenden mehr.

Double Live Annihilation (2003)

Diese Neuveröffentlichung könnte man als eine Retrospektive des bisherigen Schaffens mit dem früheren Sänger beschreiben. Klassiker wie Alison Hell oder King of the Kill sind zu hören und die Setlist besteht fast nur aus Stücken, die man von Anihilator kennen sollte. Aber egal, ob einige (damals) neue Lieder oder alte Perlen: Man hört durchgehend die Spielfreude raus, auch wenn man sich von der Bandseite her mit Ansagen zurück hält.

All for you (2004)

Mit All for you begann dann die Ära mit dem neuen Sänger, wobei das Album die Lager spaltete: Die einen taten sich mit dem neuen Sänger schwer und empfanden das Album als sperrig, zudem sollte es qualitativ an den alten Output nicht herankommen und der moderne Sound stieß übel auf. Die anderen dagegen nahmen den neuen Sänger positiver auf und lobten, dass Jeff Waters noch immer verstand, großartige thrashige Riffs zu produzieren und damit den Kern von Annihilator immer noch auf den Punkt bringen zu können. Rückblickend mag All for you tatsächlich für Annihilator einige ungewohnte Aspekte beinhalten, die aber rein qualitativ das Album nicht schlechter machen. Rein musikalisch gibt es an diesem Album nichts auszusetzen, vielleicht waren die vielen Unterschiede zum früheren Sound einfach zu viel, aber mit dem Nachfolger präsentierte man schließlich ein Album, das alle alten Tugenden der Band wieder aufgriff …

Schizo Deluxe (2005)

… und dieses erschien gerade mal ein Jahr später mit Schizo Deluxe und war ein Album wie aus einem Guss. Lieder wie Drive oder Warbird könnte man inzwischen auch als Klassiker der Bandgeschichte bezeichnen und mit Clare gibt es sogar einen ruhigeren Song mit einem sehr einprägsamen Refrain. Musikalisch ist man deutlich direkter vorgegangen, Experimente wie auf dem Vorgänger treten deutlich in den Hintergrund. Einen weiteren Line-Up-Wechsel an den Drums gab für das Album auch, wobei man sich uneinig war, ob dieser nun für die Band gut oder schlecht war. Einig war man sich jedoch, dass Schizo Deluxe ein sehr gelungenes Album war und rückblickend hat sich daran auch nichts geändert. Schizo Deluxe kann daher als das Album bezeichnet werden, das deutlich zeigt, dass Annihilator noch immer nicht zum alten Eisen gehören, sondern zu Recht ihren Ruf als eine der größten Thrash Metal-Bands haben.

Insgesamt weisen alle drei somit Unterschiede auf: Während Double Live Annihilation die Vergangenheit der Band beleuchtet und ein starkes Live-Dokument darstellt, zeigt All for you Annihilator experimentierfreudiger und Schizo Deluxe ist ein geradliniges und verdammt starkes Album der Band. Im Grunde lohnt es sich dennoch, sich alle drei Alben ins Regal zu stellen, da sie alle sowohl für sich als auch miteinander funktionieren.

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Rezension: Annihilator – Feast

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Text: Tristan Osterfeld