Ein Album nach einem Quarzstein zu benennen, der sich als Schmuckstein großer Beliebtheit erfreut, weil er je nach Lichteinfall seine Farbe ändert, muss einfach eine metaphorische Bedeutung haben. Anders kann man sich den Titel dieses Albums nicht erklären, das eine Zusammenarbeit dreier Dark Ambient-Projekte darstellt. Metaphorisch, weil auch die Musik den Einfall von Licht nachzuzeichnen scheint: Licht und Schatten wechseln sich ab mit dem Farbenspiel von akustischen Landschaften, die mal in den Tiefen des Ozeans, mal in Höhlen zu finden sind. Doch egal wo: Es geht immer in die Tiefe – und immer tiefer.

Schon das zeigt: Die Synergien der jeweiligen Projekte gehen dabei voll auf, denn wer die Projekte und ihre Herangehensweisen kennt, wird die einzelnen Stilelemente wieder erkennen, sei es nun durch den Einsatz von Tasteninstrumenten von Atrium Carceri, das Kalte, Verstörende von Kammarheit – oder eben das Spiel mit in der Luft schwebenden Klängen von Apocryphos inklusive Chörale. Alle Elemente tauchen auf, verbinden sich zu einem dichten Klangerlebnis und bekommen dennoch genug Raum, um für sich zu wirken, wie sie gemeinsam wirken.

Herauskommt ein Album, das zwar dem Dark Ambient zuzuordnen ist und doch trotz des düsteren Gesamtbildes nicht auf dieses beschränkt bleiben sollte. Dass einem beim Hören direkt der Name Brian Eno einfällt, sollte dafür Beweis genug sein und somit ist zu hoffen, dass dieses Album auch außerhalb des Hörerkreises des Dark Ambients Aufmerksamkeit bekommt. Verdient hätte es dieses Album in jedem Fall.

Text: Tristan Osterfeld