Auf dem Album The Untold entführte Simon Heath den Hörer bereits in Abgründe der menschlichen Seele und wer dachte, dass der Alptraum ein Ende hätte, der irrt. Denn mit Metropolis begibt man sich nun in einen, wie der Titel andeutet, urbanen Moloch. Dieser scheint aber seinen Niedergang schon hinter sich zu haben und in seinen letzten Atemzügen zu liegen. Zwischen Häusern, Straßen und Plätzen scheint dafür eine Menge Platz für reale oder eingebildete Bedrohungen zu sein, sodass man selbst fallende Wassertropfen als Schritte wahrnimmt – von irgendetwas, dem man eigentlich nicht begegnen möchte.

An anderen Stellen brodelt es und man nimmt Geräusche von Insekten wahr, die sich breit machen. Alles wirkt verlassen, kaputt und leer, nur man selber bleibt allein mit seinen Visionen der Bedrohung. Da passt es auch, dass vermeintlich positive Momente pervertiert werden: Ein Rauschen, das mit warmen und organischen Drones gepaart wird, wirkt so auch nur so, als würde man Flashbacks an eine bessere Zeit erleben. Ein spielendes Klavier wirkt wie eine Stimme aus einer vergangenen Zeit.

Einzig schade ist, dass Metropolis und der Vorgänger doch sehr ähnlich aufgebaut sind. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass man es hier wiederum mit einem Album zu tun hat, das eine finstere Aura aufzubauen weiß, die den Hörer in seinen Bann zieht.

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Rezension: Atrium Carceri – The Untold

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Text: Tristan Osterfeld