Wer bei dem Bandnamenbestandteil „Ballet“ nicht sofort an Spandau Ballet denkt, möge bitte vortreten. Dachte ich mir. Nun ja, irgendwie 80er sind Ballet School schon, aber auch zart, dunkel und samten. Die in Berlin zu verortende Band spielt mit den Elementen des Pop (hach, diese Keyboardlinien, die sich mit Bass und Gitarre vereinen…) und lässt darüber die Stimme von Rosie Blair tanzen, hüpfen und springen, manchmal sich auch nur in Gänze über den Song legen. Sehr stimmig, das Ganze. Bei Heartbeat overdrive ist der Hörer versucht, eine Kollaboration von Madonna und Kate Bush zu vermuten, doch siehe: es sind immer noch Ballet School, deren Sängerin in schwindelnde Höhen zu entschwinden vermag, ohne aber außer Sicht zu geraten.

Boys again huldigt mit seinen 4 Tracks einer vergangenen Musikepoche, wirft aber auch eigenes Können und ebensolche Ideen mit in den Topf voll brodelnder Melodien. Das Trio überzeugt sowohl qualitativ als auch künstlerisch, bietet Ecken und Kanten, um sich daran zu reiben und unterscheidet sich so dann doch vom glattgebügelten Pop der 1980er Jahre. Ein für eine gerade einmal einjährige Band absolut überzeugendes Debüt mit jeder Menge Strahlkraft und Hoffnung auf mehr in der Zukunft.

Homepage: www.balletschoolband.com
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Text: Simon-Dominik Otte