Es ist ein Unding, dass im Grunde immer noch viele Menschen bei dem Namen Beck als erstes an Loser denken, jene 1994er-Single, die lange Zeit unter Missachtung der werkimmanenten Ironie als Slacker-Hymne missverstanden wurde. Es folgten viele weitere Alben, stets innovativ und mit komponistischem Feingefühl, dabei Meilensteine wie das 1999er-Album Midnite Vultures. Nach den dicht aufeinander gefolgten Guero und The Information war die Pause nun wieder etwas länger, bis anno 2008 also Modern Guilt erscheint und anmutet, als sei Beck in einen Topf voller Pet Sounds gefallen.

Hört man das Album, so ist es bereits bei den ersten Tönen sehr auffällig: Der Einfluss des besagten Beach Boys-Klassikers ist nicht zu überhören. Orphans zeigt den Künstler mit Beach Boys-Einfluss, ein wenig 60s-Spirit und unverkennbarem Beck-Sound. All dies sind Einflüsse, die sich durch das gesamte Album ziehen – freilich mit unterschiedlicher Gewichtung. Dazu tritt auch immer wieder eine geschickt eingesetzte Elektronik. Das Zusammentreffen dieser Merkmale zeigt sich beispielsweise auch gut in Soul Of A Man: Eine aus Bass und Elektronik aufgebaute treibende Hookline, eingängiger Gesang und Beck-typische Songstrukturen gehen miteinander einher.

Alles in allem, so lässt sich konstatieren, ein typisches Beck-Album. Ein innovatives, für sich stehendes Stück Indie-Musik. Das ist alles nicht verkehrt, dennoch vermisst man am Ende so das gewisse Etwas. Das, was dem Album dem letzten Schliff gibt. Das Album läuft zwar solide durch, ist aber nach 33 Minuten dann auch schon wieder zuende, ohne dass sich mehr festgesetzt hat, als dass es sich hier um eine typische Beck-Platte handelt. Innovativ ist das Album an sich zwar schon, für Beck-Verhältnisse aber wenig Neues. Dennoch: Ein gutes Album und für diejenigen, die Beck sowieso schon mochten oder auch allgemein gerne mal auf anderen Wegen unterwegs sind, eine Empfehlung ist das Album definitiv!

Homepage: www.beck.com
MySpace: www.myspace.com/beck

Text: Marius Meyer