Kann man so machen, wie es Model und Sänger Ben Ivory hier macht. Die 80er sind ihm ins Blut gegangen und er macht keine so schlechte Figur als New Romantic-Vertreter und erinnert vom Auftreten her eher an die „Schönen“ der Epoche, wie Tony Hadley von Spandau Ballet oder Simon Le Bon von Duran Duran, die beide auch immer topgestylt waren, die aber – und das kann Ben Ivory auch – ganz passabel singen können. Nun liegt mit Neon Cathedral das erste Album des 31-jährigen in Berlin geborenen Spross einer Künstlerfamilie vor und es bietet nett gemachten 80’s Pop, der mal erfreut und manchmal auch an die schlimmen Discofox-Tänzer in schlecht durchlüfteten Großraumdiscos erinnert.

Aber keine Sorge man hat es hier weder mit Fancy noch mit Mixed Emotions, die Älteren werden sich erinnern, sondern mit einer gut gemachten 80er-Popscheibe zu tun, die auch nur gelegentlich die Schwelle zum Kitsch überschreitet. Überraschende Tracks sind auf Neon Cathedral (hießen nicht eigentlich alle Scheiben der 1980er irgendwie ähnlich?) aber auch zu finden, allen voran der gar nicht mal so schlechte siebte Platz des Eurovision Song Contest-Vorentscheids The righteous ones, der mit einem offensiven Beat, seinem hypnotischen Gesang und den vielen Synthie-Spielereien ganz spannend wirkt.

Nicht unbedingt die Neuerfindung des New Wave, aber ein stellenweise doch ganz nettes Album.

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Text: Dennis Kresse