Bethlehem sind immer ihren eigenen ganz speziellen Weg gegangen und auch wenn zehn Jahre seit dem letzten Album Mein Weg vergangen sein mögen, so wird dieser Weg auch auf dem neuen Album mit dem Zungenbrechernamen Hexakosioihexekontahexaphobia konsequent fortgesetzt. Das zeigt sich auch schon beim Titel, der übersetzt in etwa so viel wie die Angst vor der Zahl 666 bedeutet. Musikalisch bietet man eine abwechslungsreiche Mischung aus diversen Stilen des düsteren Metals und textlich schwankt man zwischen Groteske, Komik, Theatralik und ernsthafter Lyrik, wobei all das im Grunde auch nie wirklich zu trennen ist, denn ständig fließt alles ineinander.

Zu Beginn geht es wie gewohnt stark in Richtung DSBM mit akustischem Einschlag. Mit Verbracht in Plastiknacht und Geboren um zu versagen wird es dann deutlich metallischer. Mit Nazi Zombies mit Tourette Syndrom wird man dann monoton und repetitiv, fast schon Lounge-artig, wohingegen Spontaner Freitod den Irrsinn der Anfangstage der Band gekonnt einfängt. Überraschend ist auch Höchst alberner Wichs, das in Psychedelic-Progressive-Gefilden wandert und offensichtlich einen Seitenhieb auf diverse Bands dieser Genres darstellt. Auch Kinski’s Cordycepsgemach scheint ein Seitenhieb zu sein, diesmal Neue Deutsche Härte, bevor dann Antlitz eines Teilzeitfreaks das Album abschließt.

Auch wenn das Album in sich völlig verquer wirkt, bleibt es in sich letztendlich schlüssig. Damit bekommt man als Fan in jedem Fall ein Album, auf das es sich zu warten gelohnt hat, denn was anderes erwartet man von der Band eigentlich auch nicht.

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Text: Tristan Osterfeld