Kann man ja mal machen. Zumindest dann, wenn man Beyoncé Knowles heißt und schon einen gewissen Bekanntheitsgrad vorweisen kann. Dann veröffentlicht man ein Album eben auch schon mal völlig ohne Ankündigung, einfach so über Nacht. Zunächst nur über iTunes, am Vorweihnachtswochenende dann auch physisch, sodass es sicherlich auch noch ein beliebtes Last-Minute-Geschenk unter manch‘ Baum wird. Und man kann schon einmal konstatieren: Es gäbe weitaus schlechtere Geschenke. Die Soul-Lady hat auf fast 67 Minuten so einiges an neuem Material zusammengetragen, mit dem sie sich nicht hinterm Weihnachtsbaum zu verstecken braucht.

Dabei erscheint das Album als – wie die Künstlerin es nennt – „visual album“. So ist es ein Gesamtkonzept, das auf der CD/DVD-Version auch visualisiert wird. Aber auch ohne DVD kann sich das hören lassen. Die Klänge zwischen Soul und R&B präsentieren sich eingängig und wechseln gerne mal Klangfarbe und Dynamik. No Angel beispielsweise wirkt balladesk und fesselt mit Beyoncés Stimme, das folgende Partition hingegen begibt sich fast schon in HipHop-artige Gefilde. Die Nähe hierzu sucht Beyoncé gerne mal – liegt ja auch in der Familie, wenn man Jay-Z heiratet. Dieser beteiligt sich dann auch an Drunk In Love und steuert gekonnte Raps bei.

Für Fans und Freunde von R&B, Soul und mit Abstrichen auch Rap ist dieses Album eine sehr willkommene Angelegenheit. Eine schöne verfrühte Weihnachtsüberraschung, die Frau Knowles hier rausgehauen hat.

Homepage: www.beyonce.com
Facebook: www.facebook.com/beyonce
Twitter: www.twitter.com/Beyonce

Text: Marius Meyer