Seine Passion lautet: Four-to-the-Floor. Das hat er bereits auf diversen Re-Mixtapes (#8 ist auch bereits in der Planungsphase) bewiesen, legt gerne auf, vernachlässigt es dabei aber auch nicht, eigene Alben zu kreieren. Eines davon, seines Zeichens das jüngste Werk: Deaf Or Alive. Was als gelungenes Wortspiel für jeden, der die Musik liebt, bereits im Titel glänzt, kann sich auch musikalisch hören lassen. Einst als „Fobia – Solitaire“ veröffentlicht, bleibt er nun lieber bei seinem richtigen Namen, besser: Künstlernamen, und bringt es noch einmal unter die Musik-hungrige Meute. Das ist gut tanzbar, eignet sich aber auch dann gut, wenn man gerade keine Tanzfläche parat hat.

Die Beschreibung liest sich dann so: „Electro, Techno, House? Jedenfalls alles Four-To-The-Floor. Melodisch-technoid, melancholisch-deep […]“ – als Autor dieser Zeilen war dies für mich zunächst einmal Anlass für ein kritisches Augenbrauen-Hochziehen, ist dies schließlich nicht so die alltägliche musikalische Kost. Das Hören von Deaf Or Alive wurde folglich dann zur angenehmen Überraschung. Schon der Opener Dehydriert kann mit seinen technoiden Beats überzeugen. Repetitiver Elektro, der mitwippen lässt (oder tanzen, falls Tanzfläche vorhanden) und durch verspielte Synthies abwechslungsreich wirkt. Der Einstieg ist also gelungen, das Ohr offen für Neues.

Und tatsächlich: Auch auf Albumlänge kann das gefallen. Die insgesamt 13 Stücke des Albums begegnen wie aus einem Guss und sind nicht bloß tanzbar, sondern auch atmosphärisch. Selbst wenn stets darauf geachtet wurde, dass Bewegung möglich ist, merkt man, dass das nicht alles ist. Ein deep wirkendes Stück wie Insomnia zum Beispiel hat trotz Beatlastigkeit gar etwas wie Nachdenklichkeit in sich. Oder auch Nemesis, das gut gelaunt wirkt, trotz des nicht vorhandenen Textes (was übrigens ein Merkmal aller Stücke ist), zeigt, dass hier Gefühle verarbeitet wurden.

Mit Deaf Or Alive ist Billy The Shit somit ein elektronisches Album gelungen, das auch gut diejenigen überzeugen kann, die es sonst nicht so mit elektronisch-technoiden Klängen haben. Und das ist bekanntermaßen stets ein guter Maßstab für Alben, ob auch Genre-Fremde sich dafür erwärmen können. Dies ist hier eindeutig gegeben.

Das Album ist gratis als Download erhältlich, beispielsweise bei Jamendo:
www.jamendo.com/de/list/a115138/deaf-or-alive

Homepage: www.freebass.de
Facebook: www.facebook.com/BillyTheShitt
Bandcamp: billytheshit.bandcamp.com

Text: Marius Meyer