Hinter dem Namen Birds Of Passage steckt die Neuseeländerin Alicia Merz. Nachdem sie 2011 gleich zwei Alben veröffentlichte und sich einen Namen in der Drone-Szene gemacht hat, folgt nun ihr drittes Album This Kindly Slumber. Der rote Faden, der sich schon durch ihre ersten beiden Alben zog, wird auch auf diesem Album fortgeführt: glücklicherweise sind ihre mal samtweichen, mal eiskalten Lieder im verhallten Drone-Gewand so erfrischend anders und so vielfältig, dass sie sicher noch viel zu erzählen und zu spielen hat. Die sieben Stücke, die sie hier präsentiert, wirken dabei noch ausgereifter, aber auch reduzierter, als ihre vorherigen.

In den knapp 41 Minuten bringt sie die Einfachheit ihrer Musik auf den Punkt. Ihre zarte Stimme haucht die Worte nur so in das Flimmern des Halls, des Feedbacks und der dezenten field recordings, oft spärlich von einer Gitarre, einem kaum identifizierbaren Klavier oder vielleicht einem Synthesizer begleitet. Allein ihre Stimme bringt Ordnung in die scheinbar völlig frei, aber gleichmäßig schwebenden Töne.

So entstehen die eingangs erwähnten kühlen und gleichzeitig doch wohlig wirkenden Atmosphären, die ihre Musik ausmachen. Und das alles wird auf This Kindly Slumber so sehr zelebriert. Im Grunde erweitert Alicia Merz Folkmusik um nur ganz wenige, dafür aber entscheidend wirkende Elemente, die ihre Lieder in ihre eigene Klangwelt rücken, welche so in sich sehr geschlossen wirkt. Und genau das ist die zentrale Qualität dieses Albums, welche es zum Geheimtipp werden lässt.

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Text: Wolfgang Merx