Es gab mal eine Zeit in der Nu Metal/Crossover seinen Höhepunkt hatte. Das ist heute kaum noch vorstellbar, dass Bands Metal mit diversen anderen Stilrichtung, bevorzugt Hiphop mischten. Von Metal-Fans alter Schule musste es abgelehnt werden, viele Jugendliche begeisterten sich jedoch für diese Musik. Leider gibt es dann immer den Moment, in dem ein Genre anfängt, peinlich zu werden, spätestens wenn dann versucht wird, Musik der härteren und brachialen Gangart mit christlichen Themen zu vermengen, wie es beispielsweise irgendwann eine Gruppe Namens P.O.D. gemacht hat. Der Großteil dieser Bands konnte an ihre früheren Erfolge nicht anknüpfen. Dass heutzutage aber respektlose Mischungen noch funktionieren können, beweisen Blowsight, die ein Graus für Puristen, aber ein Fest für Fans vielseitiger Musik sind.

Ganz schön dreist verwendet man ein Rückgrat aus Metal, um die Grenzen des Metals mit denen des Pop verschwinden zu lassen. Zwischendrin wird gerappt (Through these eyes), man bewegt man sich im classic Rock (Play play play), bei Back where we belong schwankt man zwischen True Metal und Indie-Rock. Eine dreiste Mischung, bei der man sich fragt, wie das eigentlich klappen kann. Streicher erklingen mit Gewittersamples (Sun behind the rain), Hit on the radio macht dem Name alle Ehre und könnte auch im Radio laufen, ohne aber vor sich hin zu plätschern. This pain dagegen kippt dagegen alles um, woraufhin Blackout time mit HipHop-Beats daherkommt.

Das sind nur einige Eindrücke, so richtig einordnen kann man Life & Death auch nach mehreren Hördurchgängen nicht. Das Album wird zwar nie anstrengend, aber zurechtfinden tut man sich nicht. Der Gesamteindruck bleibt aber immer wieder positiv und man würde sich wünschen, manche Band würde sich von dieser Kreativität eine Scheibe abschneiden.

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Konzertbericht: Oomph! – 27.09.2012, Hamburg Markthalle (Support: Blowsight)

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Text: Tristan Osterfeld