Breed 77 müssen ganz schön viel Selbstbewusstsein besitzen, so ein Album rauszubringen: Nichtssagendes Plattencover, ziemlich einfallsloser Albumtitel, das alles dazu noch beim inzwischen sechsten Studioalbum. Vielleicht hat man es genau darauf angelegt, denn der Inhalt will dann mal sogar nicht zum ersten Eindruck passen. Auf der Silberscheibe findet sich eine überraschend angenehme Mischung aus Rock und Metal, die schon beim ersten Lied zu überzeugen weiß und hin wieder ein paar mediterrane Elemente einfließen lässt. Und keine Sorge, von Ethnokitsch muss man nicht reden, stattdessen ist es das Temperament, das dieses Album so klingen lässt. Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass die Band in Gibralter zu Hause ist.

Besonders hervorzuheben ist der Gesang, der von Geschrei bis hin zu epischen Momenten eigentlich alles beherrscht und all das kommt auf dem Album auch vor: Balladen, Hymnen und viele brachiale Momente mit Gitarrenwänden, die einem um die Ohren fliegen. Die Produktion erhöht nochmal den Druck, wodurch man hier von einer von einer mehr als runden Sache sprechen kann. Letztendlich sind dann auch keine großen Worte mehr nötig: Ernst gemeinter Metal ohne Klischees, dafür Konzentration aufs Wesentliche und genug positive Überraschungen machen The Evil Inside zu einem wirklich gelungenen Album. Und wer es verpasst ist selber schuld!

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Text: Tristan Osterfeld