Als „unter dem Gewicht dunkler Tage kompakt geworden“ bezeichnen die vier Berner von Bright November ihre Musik – und so klingen sie denn auch: Ihre EP Seeking the Day bietet fünf sehr wesentliche Songs (darunter die Vorab-Singleauskopplung Strain Return aus dem März 2013) mit gitarrenlastigen Klangteppichen und druckvollem, marschierend-galoppierendem Schlagzeug. Getragen wird das Ganze vom melancholischen Gesang des Leadsängers Matthias Guggisberg und abgerundet von Synthesizer- und Verzerrereffekten. Komprimiert, schlicht, zurückgenommen, ohne verschnörkelte Soli oder ausufernde Instrumentalpassagen, erinnert Seeking the Day ein wenig an das Coldplay früherer Tage.

Die Songs sind wehmütig, bittersüß und eingängig zugleich, holen zwischendrin aber auch immer wieder Schwung und reißen in dynamischem Crescendo mit. Deshalb ist die EP des Schweizer Quartetts tatsächlich wie gemacht für dunkle Wintertage. Die Stücke handeln von Einsamkeit, Sehnsucht und Sinnsuche und man kann sie sich ob ihrer Kürze mal eben zu Gemüte führen, wenn man einen Durchhänger hat und sich verstanden fühlen will. Gleichzeitig sind die Songs aber immer auch ein Lichtblick, zwar nie ausnehmend fröhlich, aber doch auf subtile Weise hoffnungsvoll. Seeking the Day ist eher leichte Kost als opulenter Ohrenschmaus, genau deshalb aber auch nicht belastend oder gar trübsinnig. Im Gegenteil, auf einem Konzert kommen Bright November bestimmt gut und helfen über so manchen dunklen Abend hinweg.

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Text: Mario Nowak