Von der ehemaligen Deathcore-Band hin zur reifen Musikgruppe, welche irgendwo zwischen alter Härte, elektronischen Experimenten und poppigen Balladen steht: Bring Me The Horizon haben eine rasante Entwicklung hingelegt. Mit ihrem neuen Album That’s The Spirit zeigen die Musiker einen weiteren Entwicklungsschritt, müssen aber gleichzeitig aufpassen, dass ihre Musik nicht zu austauschbar wird. Während die erste EP und das Album Count Your Blessings noch belächelt wurden, zurecht aus heutiger Sicht, zeigten die Musiker rund um den Frontsänger Oli Sykes schnell, dass sie viel mehr auf dem Kasten haben, als die nächste gleichklingende Deathcore-Kapelle zu werden.

Mit den Nachfolgern Suicide Season und There Is a Hell, Believe Me I’ve Seen It. There Is a Heaven, Let’s Keep It a Secret erspielten sich Bring Me The Horizon bereits eine riesige Fangemeinde auf der ganzen Welt und zeigten ihr gesamtes Potenzial im Songwriting. Während die Band auch heute noch live nicht zu den besten Akteuren ihres Genres gehört, hat man es doch geschafft von Platte zu Platte höhere Ansprüche an sich selbst zu stellen und es stetig geschafft diese auch zu erfüllen.

Im Jahre 2013 wählte man dann mit Sempiternal einen Weg der eher in den Mainstreambereich vordrang, da die altbekannte Härte in den Songs etwas zurückstand hinter poppigen Melodien und eingängigen Refrains. Dieser Weg wurde nun mit That’s The Spirit konsequent weitergeführt. Während viele die alte Härte vermissen, gibt es jedoch auch mindestens so viele Befürwörter, die sich immer noch für das Songwriting und die ergreifenden Texte des Frontsängers Oli Sykes begeistern können. That’s The Spirit bietet zahlreiche großartige Songs der ruhigeren Art (Follow Me, Doomed), aber auch einige Nummern, welche immer noch gut nach vorne gehen (Throne, Happy Song, Avalanche). Sicherlich werde ich auch in den nächsten Monaten noch oft zu dieser Platte greifen und die Musik genießen, jedoch gibt es auch negativ anzumerken: Die von Platte zu Platte steigende Eingängigkeit kann nicht so ein Suchtpotenzial entfalten wie die älteren Alben, welche auch nach dem zwanzigsten Hördurchgang noch Überraschungen enthielten. Bisher haben Bring Me The Horizon nicht enttäuscht, sie sollten jedoch aufpassen, dass sie sich nicht zu austauschbar und eingängig machen. Nicht nur vom öffentlichen Auftreten her, ist diese Band oft genug in der Vergangenheit angeeckt. Und Ecken und Kanten können doch wunderbar unterhaltsam sein.

Tour 2015:

02.11. München, Tonhalle
06.11. Würzburg, Posthalle
07.11. Stuttgart, Longhorn LKA
08.11. Köln, Palladium
09.11. Hannover, Capitol
10.11. Berlin, Huxleys
19.11. Hamburg, Docks
20.11. Münster, Skaters Palace

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Text: Melvin Damian Klein