Manchmal muss Partymachen auch einfach weh tun. Zumindest scheinen Carcharodon das so zu sehen: Wird man noch mit seichten Trinkgesängen in das Album eingeführt, folgen Doom-Passagen, bis man dann im Death Metal endet. Sludge, Doom und Death Metal und viel Rock’n‘Roll folgen da aufeinander und bilden einen Bastard, dem man unterstellen will, dass alles beliebig zusammengewürfelt ist. Wäre nur zu simpel, denn irgendwie ergibt das alles doch Sinn und macht zudem auch noch unglaublich Spaß. Dazu sind die ruhigen und brachialen Passagen zu abwechslungsreich, wäre das Album beim bewussten Hören nur nicht so anstrengend. Einfach dem Album folgen. Einfach nicht darüber nachdenken, es wird schon alles irgendwie gut.

Ein bisschen funktioniert Roachstomper deswegen wie eine durchzechte Nacht: Auch wenn man danach mit einem dicken Schädel aufwacht und sich nur noch an Fragmente erinnern kann – oder will? Man weiß es nicht genau, dafür weiß man etwas anderes: Irgendwie muss man viel Spaß gehabt haben und auch wenn zwischendurch gelitten wird: Es wird nicht das letzte Mal gewesen sein, geil!

Und fühlt man sich davon nun eher abgeschreckt oder nicht? Man muss eben darauf klar kommen und so verhält es sich dann auch mit diesem Album. So wie die Ereignisse einer solchen Nacht doch zusammenhängen, aber die Logik dahinter einem nicht immer schlüssig wird, so wird man nicht alles an dem Album verstehen. So kann man die musikalische Mischung entweder nur lieben oder hassen. In beide Richtungen funktioniert sie aber wunderbar.

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Text: Tristan Osterfeld