Für Caro Josée ist es eine Art Turning Point, dieses Album aufgenommen zu haben. Eine Frau, die nicht mehr dem trendorientierten Musikbusiness nachgehen will, sondern einfach nur ihre Musik machen. Das klingt natürlich wie so oft nach Phrase, ist aber weit mehr als das, denn Caro kennt das Business – aus eigener Erfahrung. Als CARO nahm sie viele Alben auf und musste dabei auch vieles erleben, was sich für sie falsch anfühlt: vorschnelle Etikettierungen zum Beispiel. Eine Titelstory im Stern ist zwar schön, die Bezeichnung als „Rocklady“ hingegen völlig deplatziert. Mit gereiftem Selbstverständnis nimmt sie nun ihren Zweitnamen mit hinzu und veröffentlicht ein neues Album.

Mit dem vorliegenden Album legt sie ein sehr jazziges Gesamtwerk vor, das viele Momente vereint. Da kommen die großen Gefühle wie auch das locker Beschwingte nicht zu kurz. In Paris zum Beispiel bietet sie ein entspanntes Stück Jazz im ruhig-getragenen Bereich. Mit Piano, gezupfter Gitarre und Streichern strahlt es eine ungeheure Harmonie aus. Auch A Love Like This hat diese Harmonie und wird durch ein Trompeten-Solo besonders. Inmitten der ruhigen Atmosphäre kommt dann ein Stück wie Bouillabaisse überraschend und gleichermaßen angenehm. Ein sehr beswingtes Stück mit schnellem Rhythmus und guter Laune.

Wenn man dann noch auf die dazugehörige Band schaut, erscheint einem ein sehr rundes Gesamtpaket: Unterstützt wird sie von hochkarätigen Musikern wie Jean Jacques Kravetz an den Fender Rhodes (Peter Maffay, Udo Lindenberg) und von den beiden Co-Produzenten Andreas Paulsen, Piano (u.a. Ina Müller Band) und Martin Scheffler, Gitarre (u.a. Rosenstolz). Ein wirklich gelungenes Album. Auch dann, wenn man gerade mal über den eigenen musikalischen Tellerrand schauen will.

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Text: Marius Meyer