Über zehn Jahre macht nun David Christian unter dem Namen Cervello Elettronico Musik und auch auf seinem aktuellem Album bietet er seine ganz eigene Mischung aus technoidem Industrial an, wobei man die Musik auch als IDM klassifizieren könnte, aber letztendlich verwischen auf Anima Meccanica ohnehin die Grenzen. Grenzen zwischen musikalischen Genres zu überschreiten mag jetzt nichts Neues sein, jedoch werden auf Anima Meccanica auch Grenzen übertreten, die nicht Genres betreffen, sondern auch einfach die ganzen Liedstrukturen. Nicht, dass diese nicht geradeaus laufen und stattdessen Bögen schlagen würden, stattdessen scheinen die Lieder oft zwar einen roten Faden zu haben oder mehrere, welcher sich jedoch ständig verändert.

Das Grundgerüst der Musik mag da noch sehr einfach gehalten sein: Rhythmen und Frequenzen, die sich repetitiv überlagern, dann aber immer wieder durchbrochen werden durch Soundscapes, Bässe oder durch neu auftretende Geräusche, wobei zu Beginn wichtige Teile eines Liedes in den Hintergrund rücken können, konstant bleiben oder miteinander Synergieeffekte bilden oder Geschwindigkeiten einfach plötzlich verändert werden. So, als würde man einem riesigen Strudel zusehen, in dem alles in einem Loch zusammenläuft, aber ständig Wellen entstehen, die brechen, sie mit anderen vereinen und ständig etwas passiert und dennoch auf angenehme Weise gleich beibt.

Anima Meccanica gehört so zu den Alben, bei denen es eine Schande wäre, sie nur nebenbei zu hören. Das Album erfordert Hingabe und die Bereitschaft, mit jedem Hördurchgang zwischen den einzelnen Arrangements wiederum neue Aspekte zu erkennen, die dafür sorgen, dass das Album lange spannend bleibt.

Homepage: www.cervelloelettronico.com
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Text: Tristan Osterfeld