Chris Thompson macht jetzt Swing. Warum eigentlich nicht? Dass er eine ausgesprochen charismatische Stimme sein Eigen nennt, konnte man bei seinem Engagement bei Manfred Manns Earth Band hören, wo er einige große Hits zum Welterfolg beisteuern konnte. Nach seinem Weggang trat er ein wenig auf der Stelle und es wurde trotz einiger Soloplatten ein wenig ruhig um Chris Thompson. Da kam ihm das Angebot des Produzenten Henri Heymanns, der gerade an der Produktion der Readers Digest CD saß, gerade recht. Heymanns schlug ihm vor, einige der bekanntesten und besten Stücke aus dem Great American Songbook und auch pure Swing-Standards neu aufzunehmen und entsprechend zu interpretieren.

Dass sich trotz der hervorragenden Songauswahl, wie der Duke Ellington Nummer Do Nothing Till You Hear From Me, die dem Album seinen Namen gab, oder dem unkaputtbaren Ray Charles-Hit Georgia On My Mind nur selten ein überraschtes Gefühl einschleicht, liegt weder an der Stimme von Chris Thompson noch an der herausragenden Big Band, es liegt wohl am Trend der Zeit.

In den letzten zehn Jahren wurden von Robbie Williams über Paul Anka bis hin zum kölschen Wolfgang Niedecken unzählige Swing-Alben produziert, das hat zu einer Übersättigung geführt, für die der Ex-Sänger von Manfred Manns Earth Band natürlich herzlich wenig kann. Es ist und bleibt berechenbar, dieses Swing-Experiment, aber dann, wenn man schon einen Haken unter das Album a la „Gut, aber nicht überragend“ machen möchte, wird man doch noch überrascht. Ausgerechnet das uralte Lied von Manfred Mann und seiner Earth Band, Davys On The Road Again klingt unter einen Big Band-Arrangement erstaunlich frisch. Geht doch, weniger Swing-Standards mehr Überraschendes, beim nächsten Mal, Mr. Thompson.

Homepage: www.christhompson-central.com
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Text: Dennis Kresse