Da möchte man fast schon schreiben, dass Circle Creek ein solides Debüt-Album hingelegt haben und man sicher ist, dass die Band langfristig noch den letzten Schliff hinbekommt und bitte zukünftig andere Plattencover verwenden sollte… Aber dann erfährt man: Die Band gibt es schon seit über 20 Jahren. Das bringt einen dann doch ins Grübeln, denn das was die Band auf Anger abliefert, ist – wie zu erahnen – bestenfalls als solide zu bezeichnen. Für Newcomer, die ihren Stil noch suchen, wäre das auch in Ordnung, aber wenn man 20 Jahre auf dem Buckel hat, dann ist ein Werk wie Anger dann doch als schwach zu bezeichnen, denn wer so lange im Geschäft ist, sollte auch in der Lage sein zu wissen, wie man ein stimmiges Album kreiert.

Man scheint sich irgendwo zwischen Stoner Rock, melodischen Hard Rock zu bewegen und auch brachialere Riffs loszulassen, sich aber nicht entscheiden zu wollen, was man nun machen will. Ist ja auch okay, aber alles will nicht wirklich nahtlos ineinander greifen. Alles schön und gut, aber mitgerissen wird man als Hörer in keiner Sekunde.

Anger stört im Hintergrund nicht, weil es nicht großartig auffällt, nachdem das Album durchgelaufen ist, weiß man auch gar nicht mehr was man gehört hat. Nichts ist schlecht an dem Album, aber auch nichts wirklich gut, es bleibt alles irgendwie „ganz okay“. Da man aber immer das Gefühl hat, da ginge eigentlich mehr, ärgert einen das dann doch. Wenn man also wirklich was reißen will, dann muss man auch Kante zeigen und in Kauf nehmen, dass manchen das Album nicht gefallen mag. So wird es zwar keinem nicht gefallen aber auch niemanden vom Hocker reißen…

Homepage: www.circlecreek.at
Facebook: www.facebook.com/CircleCreekBand

Text: Tristan Osterfeld