Was für ein Debüt der Australierin. Nach der EP A Sea Of Split Peas erscheint jetzt Sometimes I Sit And Think And Sometimes I Just Sit. Schon im Titel, der bislang zu den besten Albennamen des Jahres zählt, kann man den lakonischen Humor und die Lebenseinstellung dieser jungen Frau ablesen, die sich so in gar kein Schema pressen lässt. Von der Rotzigkeit einer Patti Smith, an die sie stimmlich erinnert, über die der Hole-Frontfrau Courtney Love, was ja bei dem Vornamen eh keine allzu große Überraschung ist. Ein sehr abwechslungsreiches Album, das einen die ganze Bandbreite der Emotionen durchleben lässt – von einer unglaublichen Traurigkeit bis zu einem überaus gewitzten und sehr cleveren Humor, der sich nicht nur in Wortspielen wie Depreston, einem Mix aus Depression und Preston, einer kalifornischen Kleinstadt, zeigt.

Ihre Lyrics sind staubtrocken und mit ironischen Seitenhieben auf allerlei, wie etwa in Dead Foxes wo Courtney mit der ihr eigenen Logik zur Erkenntnis kommt, dass wenn mehr Menschen auf den Straßen sterben als im Meer, warum man dann nicht Autos in Käfige sperre, anstatt Haifische. Man wird zugeben müssen, die Logik hat was für sich.

So jemanden wünscht man sich als beste Freundin: cool, clever, witzig, schlagfertig und bald ein Star. Das ist so klar, wie dass diese Frau nur das tut, was sie will und das tut der Musik sehr, sehr gut.

Homepage: www.courtneybarnett.com.au
Facebook: www.facebook.com/courtneybarnettmusic
Twitter: www.twitter.com/courtneymelba

Text: Dennis Kresse