Dagobert ist irgendwie anders. Erstmal sehr gewöhnungsbedürftig, man fragt sich, was man mit ihm jetzt anfangen soll, diesem Album voller Lieder, die mit einem Wort eigentlich nur als Schlager zu bezeichnen sind, doch das würde Afrika nicht gerecht werden, denn dort wo Schlager eintönig, konventionell und einfach nervig sind ist Dagobert melodisch, unterhaltsam und gefühlvoll. Klar, ab und an könnte man seine Texte auch in das altbekannte Schlagerraster setzen und es würde niemandem auffallen, aber das gilt nur für einen kleinen Teil des Albums. Ansonsten kommen die Songs gerade da, wo sie langweilig zu werden drohen, mit etwas Neuem um die Ecke, nehmen eine Wendung oder bringen den Zuhörer zum Lächeln.

Der Schweizer, dem man seine Herkunft zum Glück nicht allzu stark anhört, schrieb diese Werke über Jahre in seiner Hütte in den Schweizer Alpen, zurückgezogen mit seinen Gedanken, doch auf dem Nachfolger des selbstbenannten Debüts sind zahlreiche prominente Gäste vertreten, die halfen, dem Album seine musikalische Tiefe zu verleihen. Produziert wurde das Ganze von Markus Ganter, den man mittlerweile durch seine Produktionen von unter anderen Sizarr und Casper kennt.

Alles in allem ist Dagobert auch auf seinem zweiten Album ganz bestimmt nichts für den deutschsprachigen Standard-Teenie, aber wenn man ein bisschen musikalisches Einfühlvermögen besitzt kann das Album Afrika auf jeden Fall gefallen, wenn nicht sogar begeistern. Selbst überzeugen kann man sich hiervon live auf Tour, auf der Dagobert erstmals nicht solo, sondern mit Band im Schlepptau zu sehen sein wird, und das muss für die Lieder seines neuen Albums auch sein.

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Text: Alexander Mann