Wer kennt es nicht? Manchmal dauern Sachen ewig und plötzlich geht es dann ganz schnell… So beispielsweise bei D’Angelo, der nach fast 15 Jahren beinah aus dem Nichts mal eben das dritte Album auf den Markt brachte. Mit seiner Band The Vanguard hat er hier zwölf Stücke zusammengetragen, die es wert sind, gehört zu werden und auch bei einer derart überrumpelnden Veröffentlichungsart den erwartungsvollen Hörer wieder versöhnlich stimmen. Die Qualität und das Abwechslungsreichtum der Stücke sind beachtlich und rechtfertigen dann auf ihre Weise auch das lange Warten auf dieses dritte Album des Grammy-Preisträgers.

Die erste Single Really Love kann dabei nur einen groben, nicht durch und durch repräsentativen Eindruck in das Album geben. Die Single soult und R&Bt gewaltig und zeigt das Können von D’Angelo und seiner Band sehr gut, aber der musikalische Sprung zu diesem fünften Albumtitel ist bereits vorher sehr groß. Der Opener Ain’t That Easy beispielsweise hat Funk-Einflüsse und eine dreckig wirkende Gitarre in seinem Klangbild. Man kann fast Rock-Momente spüren. Auf der anderen Seite begegnen HipHop-Elemente, was nicht weiter verwundert, wenn man die Beteiligung von Q-Tip und Questlove am Album und dessen Entstehen im Auge behält.

Wenn man so will, ist Black Messiah der Album gewordene Blick über den Tellerrand. Während Stücke wie Betray My Heart relativ klar R&B und Soul verarbeiten, lassen einen andere Stücke in gänzlich andere Gefilde vordrängen und behalten das Grundgerüst des Albums eher hintergründig noch bei. The Door mit seiner Solo-Gitarre beispielsweise ist dann erneut stark im Funk unterwegs, in Another Life begegnet die Wah-Wah-Gitarre… Hier ist immer was los. Und dennoch hat das Album seinen inneren Zusammenhalt. Das muss man erst einmal schaffen. In diesem Sinne: Starkes Album, D’Angelo!

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Text: Marius Meyer