Der Bandname lässt auf sphärische Klänge schließen. Der Albumtitel auf Humor. Und tatsächlich beginnt Get Sirius psychedelisch verhallt und fast zart. Schnell aber übernehmen die Gitarren die Verantwortung in den Songs, die sich auch mehr und mehr in Richtung Rock orientieren. Die drei Finnen, die man auf Fotos eher in die Hardcore-Ecke schieben würde, präsentieren 12 Songs, denen alle ein Eigenleben innewohnt und die weder musikalisch, noch inhaltlich etwas zu verbinden scheint. Eher ist vorstellbar, dass die Herren 12 Tage in einer Blockhütte saßen (was sie wirklich taten) und dort zu jeder Wetterlage und der eigenen Stimmung einen Song schrieben.

Bei Dead Sirius 3000 hört man Einflüsse aus Indie, Rock, Electro, Grunge, Funk und und und. Auch durch die Musikjahrzehnte wird munter gesprungen. Ein Konglomerat aus Geschmäckern und Ideen, das Song für Song genommen funktioniert, als Album aber einen etwas seltsamen Eindruck hinterlässt, da es so ganz und gar nicht in sich stimmig ist. Richtig spannend ist dann allerdings der hidden track, der in seiner Komplexität und Verrücktheit an Autechre oder Aphex Twin erinnert. Gut versteckt lauert also doch noch eine echte Überraschung auf diesem Album, das insgesamt den Eindruck eines Samplers hinterlässt, qualitativ aber, jeden Song einzeln betrachtend, durchaus schätzenswert ist. Vielleicht sollten sich die Musiker vor dem nächsten Blockhausurlaub gemeinsam überlegen, welche Musikrichtung ihnen denn nun am meisten liegt und eventuell auch ihre Musiksammlungen zu Hause lassen, um die äußeren Einflüsse zu minimieren. Reinhören lohnt sich und wundern darf man sich auch.

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Text: Simon-Dominik Otte