Wenn ein Urgestein wie Depeche Mode ein neues Album veröffentlicht, so kann man sich ungeachtet der Qualität dessen immer sicher sein: Es wird gemeckert. Nach 33 Jahren des Bestehens mit inzwischen 13 Alben ist es schließlich auch unmöglich, es allen alten und jungen Fans recht zu machen. Muss man auch gar nicht – am besten ist schließlich ja eh, musikalisch das zu machen, wonach einem gerade ist. Das tun Depeche Mode auf Album Nummer 13 und bieten dabei überraschend viele bluesige Einflüsse, aber auch elektronische Spielereien und dazu einige Nummern, die eben doch so etwas wie einen Hitcharakter mit sich bringen.

Als zweite Single sorgt aktuell Soothe My Soul für Aufsehen, das nach dem balladeskeren Heaven zeigt, dass Depeche Mode die Elektro-Stampfer nach wie vor drauf haben. Mit Hit-Potenzial und Eingängigkeit, aber auch einer gewissen Kühle gehen sie nach vorne. Dass sie ihren Elektro auch gerne mal experimenteller angehen, zeigen Depeche Mode wiederum unter anderem in My Little Universe, einer Nummer, die schon nah an dem ist, was manch einer als Frickel-Elektro bezeichnen würde – wäre da nicht der Chorus, der sich etwas breitwandiger gestaltet.

Und dann ist da eben noch der besagte Blues, der gerne durchscheint. Angel zum Beispiel mit seinem verschleppten Beat zeigt das gut. Zwar ist es nach wie vor Elektro, aber die ganze Atmosphäre und auch das Gitarrenspiel legen die Nähe zum Blues nahe. Ähnlicher Fall: Slow, das auch in den Riffs klar bluest. Am Ende fügt sich das auf dem Album dann alles gut zusammen und ergibt ein gelungenes 13. Album der Briten. Klar dass das nicht jedem gefallen wird, aber an der Qualität des Albums ändert das nichts.

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Text: Marius Meyer