Eigentlich kann man sich nur auf eines bei Albin Julius verlassen: Wenn er Musik rausbringt, ist diese immer unberechenbar. Mit seinem Musikprojekt, das mittlerweile auf Der Blutharsch and the infinite Church of the leading Hand hört, gab es eine Zusammenarbeit mit den experimentellen Musikern von Aluk Todolo. Was dabei rausgekommen ist, konnte man bereits in Form einer Schallplatte erwerben. Da diese aber so ein großer Erfolg war, ist die Kollaboration nun auch auf CD zu erwerben. Diese wartet mit vier überlangen Stücken auf den Hörer, die einen in einen drogenverseuchten Sumpf in einem Urwald zu ziehen scheinen, der voll mit okkulter Symbolik gespickt ist.

Zu hören sind dabei ellenlang gezogene Gitarren, Orgeln und fast nie Gesang. Gelegentlich schamanisch anmutende Trommeln und eigentlich passiert nicht viel, fast schon monoton könnte man meinen, da sich das ganze aber so ins Unterbewusstsein schlängelt und durch Wiederholungen immer wieder seine unheilvolle Wirkung loslässt, kann man sich dem ganzen nur schwer entziehen. Wenn sich dann mal was ändert, dann ganz langsam. So tauchen neue Gitarrenspuren auf, andere verschwinden, eine Gitarre wird schneller, aber das Grundgerüst der wabernden, finsteren Sounds bleibt stets erhalten. Eine unheilige Allianz aus Psychedelic Rock und Drone Doom.

Das Stichwort Drone Doom ist allerdings eines, an dem man beim Hören nicht vorbeikommt. Denn leider muss man beim Hören nicht nur einmal an Sunn O))); denken. Das ist zwar nicht weiter schlimm, wahrscheinlich ist jedoch, dass man langfristig eher die Sunn O)));-Platten aus dem Schrank holen wird als die hier Besprochene, wenn man Lust auf diese Art von Musik hat. Bis es soweit ist, wird man aber auch mit dieser Veröffentlichung viel Freude haben.

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Text: Tristan Osterfeld