Wer zum ersten Mal die Single Pictures of Me von DeSerter hört, denkt schlagartig an Depeche Mode oder a-ha. Passend zur Single ist nun das Album The Good Life erschienen, welches zwar die Eingängigkeit der oben genannten Bands nicht erreichen kann, stattdessen aber einige wichtige Textbotschaften enthält. Der Künstler DeSerter behandelt Themen, die heute relevant sind, vielleicht aber auch erst in Zukunft. Pop wird hier als Rebellion verstanden, als Aufbegehren gegen den Gleichschritt, die fehlende Individualität in der Gesellschaft, die Fehler heutiger Politik, das Verdrängen der Verantwortung und vieles mehr.

Die bereits angesprochene Single Pictures of Me, die der größte Hit des Albums ist, beschäftigt sich mit der Macht der Bilder und in diesem Zusammenhang auch mit der Frage, wie viel Manipulation der Mensch noch ertragen kann. Im Endeffekt kommt DeSerter zu dem Ergebnis, dass wir uns wohl niemals von der Macht der Bilder entziehen können, egal an was wir glauben. Der Musiker hat sich für diesen Song durch das Buch How to watch TV von Neil Postman inspirieren lassen. Themen wie die Bankenkrise oder die europäische Flüchtlingspolitik, in deren Zusammenhang wir noch immer die schrecklichen Bilder von Lampedusa in Erinnerung haben, werden besungen. Und genau an diesem Punkt kann DeSerter seine Stärke gegenüber vielen Popkollegen ausschöpfen. Es soll nicht einfach mit flachen Plattitüden unterhalten werden, der Zuhörer soll aufgeweckt werden, er soll nachdenken und verstehen. Und das gelingt dem Künstler erstaunlich gut.

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Text: Melvin Damian Klein