Man wundert sich manchmal doch wirklich, ob tatsächlich das Jahr 2012 ist. Vor allem, wenn mal wieder ein Album versucht, durch pornographische Elemente auf sich aufmerksam zu machen. So etwas kann natürlich funktionieren, wenn die Musik intelligent gemacht ist. Aber erwartet man das von einer CD, die im Popart-Stil gehalten ist und bei der einer etwas aus dem Mund läuft, das an was wohl erinnern soll? Genau, und wenn man das schon primitiv und sehr stumpf findet, ahnt man vielleicht, dass auf dem Album dann auch nicht intelligent zugehen kann. Vor allem, wenn es als „Beeper for US Customers“ beschrieben wird.

Und jetzt mal ehrlich: Wer glaubt eigentlich, damit irgendwen provozieren zu können? Das „F…“-Wort kommt häufig vor, aber mit Sex und Porno zu provozieren, haben Bands wie die Bloodhound Gang schon in den 90ern besser gemacht, wobei das nicht viel heißen muss. Gibt es eine Zielgruppe, die derartig stupide Aussagen noch provokant findet? In einer Zeit, in der die Kinder wieder spießiger werden, als es die Eltern waren?

Die Mischung aus elektronischen Klängen und Glamrock macht das Ganze auch nicht besser. Vor allem, wenn man bedenkt, dass der Albumtitel wohl eine Punk-Attitüde ausdrücken soll. Das will alles auch nicht wirklich zusammenpassen, aber das könnte man vielleicht noch unter Avantgarde laufen lassen, wenn die Texte nicht wären.

Lassen wir mal eine Textzeile für sich sprechen: „If this song had a dick you would fuck it so hard…“ Dumm nur, dass man davon wenig merken würde, weil das alles letztendlich so dünn und schwach rüber kommt.

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Text: Tristan Osterfeld