Es scheint sich ein neuer Trend zu entwickeln, der allerdings von Coolness zu weit entfernt ist, um jemals als Trend zu gelten. Es sei denn, man proklamiert: „Emotional ist das neue cool“. Es geht um die jungen Männer mit Gitarre und auch sonst spärlicher Instrumentation, die in ruhigen Gefilden ihrer Musik den Gefühlen freien Lauf lassen. Da hatten wir an dieser Stelle bereits Namen wie Joseph Myers und Sebastian Witte – mit Dino Joubert kommt nun ein weiterer hinzu. Der Singer-Songwriter aus Soest zeigt uns auf When a horse loves a unicorn gerne ein breites Gefühlsspektrum und bereitet dieses musikalisch sehr ansprechend auf.

Das zeigt er schon auf dem Opener Chemical Glass Tree x, in dem er nur mit Fingerpicking und dezenter Klavierbegleitung viel Moll präsentiert. Sphärische Streicher im Hintergrund begegnen dann hingegen beim folgenden Unicorn. Manchmal aber wird das Tempo dann doch auch angezogen. Questions ist so ein Fall, der munter vor sich hin trabt, mit einem leichten Folk-Charme dabei, einem wegweisenden Bass und zweistimmigem Gesang. Hinzu kommt, dass Dino Joubert bei den Emotionen auch die Folgen berücksichtigt: Man betrachte einen Songtitel wie Whisky and Pills oder aber auch ein festgefahrener Tagesablauf wie in Drinking Eating. Dino Joubert deckt in seinen zwölf Stücken wirklich in jeder Hinsicht eine große Band breite ab.

Fragen wir uns zum Schluss noch einmal: Warum sollte das auch ein Trend sein? Trends sind schließlich Massenphänomene, denen blind hinterhergelaufen wird. Dafür ist ein Dino Joubert viel zu gut und erreicht somit diejenigen, die seine Musik auch wirklich zu schätzen wissen. Ehrliche Musik, die direkt aus dem Herzen kommt. Sehr schön!

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Text: Marius Meyer