Drei Jahre ist es nun her, seitdem Ronnie James Dio seinem Krebsleiden erlag und wie zu erwarten war, wurden sofort diverse Liveaufnahmen herausgekramt und (wieder-)veröffentlicht und Tribute-Alben aufgenommen. Ob diese Veröffentlichungen immer als aufrichtiges Gedenken gemeint waren oder nun ausschließlich dazu dienten, aus dem Tod Kapital zu schlagen, sei mal dahingestellt. Im Laufe der Zeit lässt sich jedenfalls mit dem Tod eines Künstlers nicht mehr viel Geld verdienen und die Veröffentlichung alten Materials hat einen weniger faden Beigeschmack. Und es ist gut, dass dieser die Neuveröffentlichung von Magica nicht begleitet, gehört dieses Album zweifellos zu einem der genialsten Alben, die es im Metal überhaupt gibt.

2000 ist das Album erschienen und bis heute hat es von seinem Glanz nichts eingebüßt. Dio ist einfach ein fantastischer Musiker und Geschichtenerzähler und hat es geschafft, Metal mit Pathos zu machen, der nie peinlich wirkt. Wenn in Fever Dreams ganz dezent Chöre eingesetzt werden, während darüber die Riffs zu hören sind oder er einfühlsam die Ballade As long as it is not about love singt, sind dieS Momente, die wirklich Gänsehaut erzeugen können. Diese zwei Songs sollen nur Beispiele sein, der Rest ist nicht weniger eindrucksvoll und man merkt, was Dio für eine dichte Atmosphäre auf dem Album schafft.

Der Neuveröffentlichung ist zudem eine zweite CD beigelegt, auf der Dio die Magica-Story in 19 Minuten erzählt und musikalisch unterlegt, dazu mehrere Liveaufnahmen, unveröffentlichte Stücke und schließlich auch ein Bonussong, der zuvor nur auf der japanischen Version veröffentlicht wurde.

Magica bleibt auch nach 13 Jahren ein Album, das im Metal selbstverständlich gekannt werden sollte. Wer es nicht im Schrank hat, sollte es sich jetzt zulegen, denn bis heute erreichen viele Bands nicht diesen Grad an Perfektion.

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Text: Tristan Osterfeld