Mit Puur wird nach zahllosen Anfragen endlich das vergriffene Debüt-Album des Projektes Distel wiederveröffentlicht. Nachdem es bereits 2013 bei Enfant Terrible auf Vinyl erschien und inzwischen vergriffen ist, ist es nun dank Ant-Zen auf CD wieder zu haben. Hinzu kommen alle Stücke der Special Edition, sodass nun alles beisammen ist. Hinter Distel stehen zwei Künstler mit Pseudonymen namens aeter und scramasax. Musikalisch sind diese in Bereichen des Angstpops anzusiedeln sind und es fällt direkt auf, dass sie in diesem an sich schon kleinen Genre, das wenig Variationen ermöglicht, direkt eine Nische gefunden haben, in der sie eigene Akzente setzen können.

Beim Begriff Angstpop ist unweigerlich an Haus Arafna zu denken, eine Kopie von diesen sind Distel aber nicht, auch wenn natürlich Parallelen zu dem Projekt heraushörbar sind. Eigenständigkeit entwickeln Distel vor allem dadurch, dass man immer wieder Wave-lastige Elemente in den einzelnen Stücken wiederfindet, die sich mit verzerrten Stimmen, ruhigen aus Frequenzen bestehendem Noise und rhythmischen Beats nahtlos zusammenfügen.

Ein kaltes, abgründiges Album ist Puur, alles scheint düster und in Zeitlupe zu laufen. Gleichzeitig bleibt alles abstrakt und lässt viel Spielraum für Kopfkino.

Homepage: www.tuchtunie.nl/distel/
Facebook: www.facebook.com/spekktredistel

Text: Tristan Osterfeld