Das Jahr 1915 muss ein ganz besonderes gewesen sein. Nicht nur, dass Frank Sinatra geboren wurde, nein: In Paris kam am 19. Dezember ein Mädchen unter dem Namen Édith Giovanna Gassion zur Welt, das eine Weltkarriere machen sollte. Die größte Chansonsängerin aller Zeiten erlebte bis zu ihrem frühen Tod 1963 Schicksalsschläge, die sie beutelten, aber der Spatz von Paris, das französische „Piaf“ bedeutet nichts anderes als „Spatz“, sang dagegen an und das brachte ihr den so sehr verdienten Welterfolg. Jetzt erscheint anlässlich ihres 100. Geburtstags eine prachtvoll aufgemachte Edition, die alles enthält, was der Èdith Piaf-Fan so in seiner Sammlung braucht und für alle anderen, die nicht alles von der Piaf brauchen, tut es auch eine Best Of.

Auf der befinden sich 40 Chansons, wovon man einige auch heute noch täglich, 42 Jahre nach dem Tod der kleinen Französin, hören kann. La vie en Rose, Non, je ne regrette rien, Milord und 37 weitere Stücke dieser Ausnahmekünstlerin, der das Schicksal nie ein dauerhaftes Glück geschenkt hat und die Zeit ihres Lebens immer von einer gewissen Tragik umgeben war, sind hier enthalten. Sie hatte unter anderem großen Einfluss auf die Karrieren von Charles Aznavour, Gilbert Bécaud, Eddie Constantine, Yves Montand, Georges Moustaki (mit dem sie kurz liiert war), Jacques Pills und Francis Lai. Sie alle wären ohne diese Frau vielleicht unbekannt geblieben.

Egal, für welche Edition man sich entscheidet, eine größere Chansoninterpretin als „Die Piaf” wird es nie wieder geben.

Text: Dennis Kresse (soundchecker.koeln)