Verhalten eröffnet sie. Mit No Harm flirrt die neue Editors-Scheibe mystisch los, erinnert ein wenig an den einstigen titelgebenden Album-Opener In This Light And On This Evening, hat aber trotzdem die Sound-Weiterentwicklung des Vorgängers nicht ganz vergessen. Ein Eindruck, den man immer wieder hat: Der Sound ist wieder elektronischer geprägt, geht musikalisch eher zu den früheren Werken zurück, aber in Sachen Dynamik hat man durchaus etwas von The Weight Of Your Love mitgenommen. Eine Kombination, die der Musik der Briten sehr gut tut und In Dream in einem sehr erfrischenden Licht erscheinen lässt.

Apropos verträumt: Eine gewisse Verhangenheit kann man der Scheibe nicht absprechen. In Zeiten, in denen alle Welt Dreampop/Shoegazing wiederentdeckt, kann man das sicherlich auch niemandem vorwerfen. Schon gar nicht, wenn man sich nebst anderen Gästen dabei gleich noch ein Urgestein als Gast auf das Album holt: Rachel Goswell von Slowdive ist beispielsweise auf Ocean Of Night, The Law und At All Cost zu hören, was dem Album gleich noch mehr Glanz verleiht. Atmosphäre wird dabei beständig großgeschrieben und auch durch und durch vermittelt.

Tatsächlich ist es auch die Atmosphäre, die das Album zu dem gelungenen Ganzen macht, das es am Ende geworden ist. Es ist nicht die große Hitdichte darauf zu finden. Zwar ragt vor allem Life Is A Fear dabei raus, aber auch dieser vermeintliche „Hit“ ist nur ein Puzzle-Teil von zehn (wenn man die normale Variante der Scheibe als Basis zugrundelegt). Bei Titeln wie Forgiveness oder auch Our Love empfiehlt es sich, einfach die Stimmung zu genießen.

Im vierten Quartal des Jahres 2015 ist somit In Dream eines der Alben geworden, die man zum Jahresende hin berechtigterweise in vielen Jahresbestenlisten finden wird.

Die Live-Qualitäten der Band kann man zudem hier bestaunen:

02.11.2015 Köln, Palladium
08.11.2015 Hamburg, Mehr Theater
09.11.2015 Berlin, Columbiahalle
10.11.2015 Offenbach, Stadthalle
12.11.2015 München, Tonhalle
29.11.2015 Wien, Gasometer

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Text: Marius Meyer