„Wir haben ein paar echt düstere Monate durchlebt, die zum Teil sehr beängstigend waren“, so Editors-Sänger Tom Smith. Jedoch: Düsternis war bisher auch stets ein Merkmal, das die Songs der Editors maßgeblich begleitet hat. Und nun also eine Kehrtwende. Im Jahr 2012 lief es einfach nicht rund und es mussten Änderungen her. Der bisherige Gitarrist Chris Urbanowicz musste die Band verlassen und so wie es in der verkürzten Darstellung herüberkam, war das der Moment der Kehrtwende. Wer nun welche „Schuld“ am Nichtvorankommen hatte, ist im Endeffekt auch nebensächlich, denn mit geplatztem Knoten ging es frisch ans Werk, das nun mit dem Namen The Weight Of Your Love herausgekommen ist.

Die Vorab-Single A Ton Of Love verriet schon einiges über den Inhalt des neuen Albums. Ein dynamischer Indie-Rock-Song mit Blick auf die großen Spielorte mit einer Spur Hymne, dazu dem maßgeblichen thematischen Motiv des Albums: der Liebe. Diese ist schließlich auch im Albumtitel enthalten. Die kantigen Momente und die Düsternis aus Nummern wie Papillon ist hier weitestgehend gewichen, obgleich natürlich melancholische Momente geblieben sind. Stücke wie das im mittleren Tempo angesiedelte Honesty agieren mit Streichern und strahlen neben Melancholie auch einen ungewohnten Optimismus aus. Interessant ist auch The Phone Book, das mit klaren Folk-Gitarren begegnet – auch eher ungewohnt, wenn man die Band bisher verfolgt hat.

Natürlich ist es keine 180-Grad-Wende, die von den Briten hier vollzogen wurde, aber genug Wendung, um zu prophezeien, dass manch ein bisheriger Hörer irritiert sein dürfte. Über die Qualität des Albums sagt das wiederum dann auch nichts aus, denn die ist sehr hoch! Ein gelungenes Indie-Rock-Album mit Blick in Richtung Stadion, das die Zielgruppe vergrößern dürfte.

Bevor es dann wirklich die Stadien werden, ist die Band im Oktober und November noch auf Hallentour:

05.10.2013 Dortmund, Westend Festival (Visions Party), FZW
07.10.2013 München, Zenith
08.10.2013 Wien, Gasometer
25.10.2013 Hamburg, Docks
26.10.2013 Berlin, Columbiahalle
30.10.2013 Leipzig, Haus Auensee
01.11.2013 Wiesbaden, Schlachthof

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Text: Marius Meyer