Ekove Efrits ist ein Ein-Mann Projekt, das auf seine Weise einzigartig ist. Nicht nur, dass Saman N. – oder auch Count of Efrits genannt – aus dem Iran kommt, wo Metal nicht gerade gern gesehen wird. Er schafft sich zudem sein wirklich eigenständig klingendes Musikuniversum im Post Black Metal. Zwar mag man beim Hören immer wieder an Ulver denken, jedoch nur, weil diese sich auch nicht die Mühe geben, sich an Genre-Konventionen zu halten. Letztendlich bleibt Ekove Efrits eigenständig, mit seiner Kombination aus unterschiedlichen Facetten einzigartig und schafft es, diese so anzuordnen, dass es wirkt, als hätte man es mit einem akustisches Kaleidoskop zu tun: Das Grundmotiv bleibt gleich, doch Farben und Formen sind die Zeit im Wandel.

Ein Album, das schroffe Gitarrenriffs genauso in sich trägt wie Klavierpassagen, Streicher und Elektronik sowie Ambient-Passagen. Der Gesang von Saman N. erklingt mal eher im Black Metal-typischen Gekreische, ein andern mal flüsternd-melancholisch, passt aber immer. Im Gegensatz zum Vorgänger erklingt auch weiblicher Gesang von Megan Tassaker von den Labelkollegen der Gothic Metal-Band Lycanthia. Gleichzeitig bleibt das Album durchgehend frei von Pathos oder Kitsch, eher wirkt es wie ein Soundtrack zu einem inneren Film, der melancholisch und surreal ist und gleichzeitig von einer ästhetischen Schönheit, die kaum greifbar ist, da man, sobald man sie versucht zu greifen, zerfallen könnte.

Nowhere bewegt sich stilsicher zwischen vielen Stühlen und schafft es, zwischen diesen einen beeindrucken Klangkosmos, den man nicht verpassen sollte zu erschaffen, wenn man auf düstere oder surreale Musik steht. Ein Album für ruhige Stunden, in denen man bereit ist, sich ganz der Musik hinzugeben und sich in dieser zu verlieren – und eines, das auch danach mit Sicherheit im Gedächtnis bleiben wird.

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Text: Tristan Osterfeld