Okay, bringen wir uns vorweg mal wieder in Einklang mit der Realität. Jedes Jahr wieder denkt man sich, dass es mit dem Weihnachts-Trubel früher losginge als im Jahr zuvor. Und im Jahr zuvor. Und im Jahr zuvor. Und… Wäre dem allerdings wirklich so, würden wir das ganze Jahr Weihnachten haben und vermutlich auch in jedem Monat den 24. feierlich begehen. Trotzdem: Irgendwie wird man dennoch jedes Jahr wieder überrollt von der Weihnachtslawine, die allerorten auf einen losgelassen wird. Und nun mischt sich da auch noch Emily Morgen mit Christmas Time ein. Eine 16-jährige Zufallsentdeckung von Songwriter Thomas Pihale, der ihr diesen Song daraufhin auf den Leib schneiderte.

Eine Weihnachtssingle einer 16-jährigen New Yorkerin. Das lässt zunächst einmal Böses erahnen, der Schrecken hält sich dann aber doch sehr in Grenzen. Ein relativ angenehmer Weihnachts-Song ist es sogar geworden, der mit klaren Gitarren, Streicher-Harmonien und viel Schönheit besticht. Wenn er nicht gerade pauschal gegen Weihnachts-Trubel eingestellt ist, könnte auch der Indie sich hier dabei erwischen, wie er gerade mit dem Fuß mitwippt.
Das eigentliche Highlight der Single aber ist die B-Seite: As long as you love me in der „Christmas version“. Genau – jenes „As long as you love me“, das einst (genauer: im Jahre 1997) die Backstreet Boys performt haben. Überraschenderweise klingt der Song erstaunlich erfrischend, wenn er von einer jungen Dame mit lockeren Akustik-Gitarren dargeboten wird.

Ob man das alles nun mögen muss oder nicht, soll jeder für sich selbst entscheiden. An dieser Stelle sei zumindest konstatiert, dass diese Single zu den angenehmeren Erscheinungen rund um das alljährliche Thema Weihnachts-Musik gehört.

Text: Marius Meyer