Sie können beides, Country UND Western. Und auch wenn dieser zugegeben etwas schwache Gag aus den Blues Brothers einige Jahre auf dem Buckel hat, auf das neue Album von Emmylou Harrris und Rodney Crowell passt er hervorragend. Die grauhaarige Emmylou und ihre sanfte Stimme haben mit der kernigen Stimme Crowells ihren Gegenpart gefunden, der verhindert, dass sie zu sehr in die Countryschnulzenecke abdriftet. Ihre Freundschaft dauert schon über 40 Jahre und deshalb spürt man auch eine Vertrautheit der beiden Protagonisten, die den Songs hörbar gut tut. Die Ballade ist in der Überzahl, aber manchmal kann man auch Cajun Sounds wie in La Danse de la Joie oder eine durch eine Bottleneck beherrschte Bluesnummer wie in The Weight of the world hören.

Ganz relaxt kann man sich durch Bring it on home to Memphis grooven, ein Song der beweist, dass Country-Musik mehr ist als Schnulzen. Davon gibt’s aber auf The Travelling Kind auch einige und nicht alles ist gut – es gibt auch die eine oder andere Nummer, die ein wenig zu sehr auf die Tränendrüse drückt, aber am Ende hat man doch ein sehr nettes Country-Album aufgenommen, das sich hinter den vielen amerikanischen C&W-Künstlern nicht verstecken muss.

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Text: Dennis Kresse