Bereits 2007 erschien das vierte Album von Equimanthorn namens Exalted Are The 7 Throne Bearers of Ninnkigal, das nun in schickem weißen Vinyl wiederveröffentlicht wird und den Hörer mit orientalischer Mystik und rituell-hypnotischen Klängen mit Sprechgesang konfrontiert. Man merkt dabei, dass die Musiker durchaus ein gutes Gespür dafür haben, wie man Stimmungen aufbaut und abebben lässt, was auch nicht verwundert, ist Equimanthorn ein Nebenprojekt von Absu und Melechesh Mitgliedern, die sonst zwar im Metal aktiv sind, aber auch dort schon mehrfach gezeigt haben, was sie können.

Mit Exalted Are The 7 Throne Bearers of Ninnkigal geht man also rituelle Wege: Grundgerüst sind meist Synthieflächen, die durch Perkussion oder repetetive Elemente ergänzt werden. Durchbrochen wird dies dann immer wieder durch Beschwörungsgesänge und ergänzt alles durch orientalische Klänge, sodass das Ergebnis mal eher im Ritual Industrial, mal aber auch im Bereich der Weltmusik anzusiedeln ist, wobei man es hierbei dann mit einem sehr finsteren Werk von dieser zu tun hätte. Irgendwie kommen einem so auch immer wieder Dead Can Dance in den Sinn, aber genauso Lustmord – und beides passt, doch jeder Vergleich für sich reicht nicht, um die Musik komplett zu beschreiben.

Wenn man es mit Umschreibungen nicht so hat, so empfiehlt sich am ehesten das Album selber zu hören und dabei den Hinweis auf der Rückseite wörtlich zu nehmen: „These recorded efforts should only be listened to under the influence of candlelight.“ Am besten dazu ein okkultes Buch und man kann sofort in alten syrischen Welten mit für uns seltsam wirkenden Ritualen versinken…

Text: Tristan Osterfeld