„Es riecht nach Adrenalin // die Bässe treiben mich an // mein Herzschlag fügt sich dem Takt // das Raubtier zieht seine Bahn“, singt Erik Cohen im eröffnenden Titelsong seiner EP Kapitän, der ersten Veröffentlichung unter dem Namen Erik Cohen. Einer größeren Öffentlichkeit ist er noch als Jack Letten, Kopf und Songschreiber von Smoke Blow bekannt, mit Erik Cohen betritt er Neuland. Dass er sich nicht scheut, quasi von null anzufangen, bewies er schon im März im Hamburger Knust, als er mit zu diesem Zeitpunkt fast durchweg unbekanntem Material die Anwesenden in seinen Bann zog. Einige der dort gespielten Stücke kann man nun auf der neuen EP hören.

Kapitän rockt schleppend los, hat einen leicht progressiven Touch und beschwört die Magie seines Schaffens, die entsteht, „wenn das Tier in mir erwacht“. Es folgt Chrom, das vor allem online bereits gut seine Kreise ziehen konnte. Eine druckvolle Bass-Hookline, Gitarrenriffs und eingängig-betonter Gesang kreieren hier einen Hit-verdächtigen Rocksong. Dieses Hit-Potenzial setzt sich auch in Polar fort. Mit einer gesunden Härte, aber eben auch Eingängigkeit und begleitendem Frauengesang an einigen Stellen kann Cohen auch hier überzeugen.
Aus ganz anderen Erwägungen interessant dann Track Nummer 4: Dreiklangsdimensionen. Kein Erik Cohen-Stück, sondern eine Cover-Version von Lothar Manteuffels Band Rheingold. Gefühlvoll-treibend geht der Kapitän hier zu Werke und zeigt, dass das ursprünglich 1981 veröffentlichte Stück auch ganze 32 Jahre später noch funktioniert.

Eine alternative, etwas mehr am Beat orientierte, Version von Chrom unter dem Titel Chrom 2 beendet dann die EP. Eine EP, die Lust auf mehr macht und zeigt, dass Erik Cohen großes Potenzial hat, im Bereich der deutschsprachigen Musik noch richtig durchzustarten. Zu gönnen wäre es ihm!

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Text: Marius Meyer