Es scheint, als sei der Karneval vorbei und der Aschermittwoch angebrochen. Mit ihrem dritten Album kommt einem die englische Band, die aus Erland Cooper, der britischen Gitarrenlegende Simon Tong, der schon Mitglied bei The Verve oder den Damon Albarn-Bands Blur, Gorillaz sowie The Good, the Bad & the Queen war, Andy Bruce, Danny Wheeler und dem neuen Schlagzeuger James Field besteht, ganz anders daher. Nur noch in den wenigsten Songs wird man an die Fröhlichkeit und die Unbedarftheit, die die Alben Erland and the Carnival und Nightingale so ausgezeichnet hat, erinnert. Alles bleibt anders. Mit melancholischen und nachdenklich stimmenden Songs und einer ganzen Menge Emotionen ist Closing Time ein Neuanfang.

Zehn Songs, die eine große Ernüchterung in sich tragen, wie die bittere Erkenntnis, dass die Party zu Ende ist und man sich mit Kopfschmerzen und einem Kater rumplagen muss oder sei es, weil der Sommer nun endgültig vorbei ist. Aber mit wunderbaren Streichersätzen und einer Sehnsucht in der Stimme von Erland, wie etwa im Titelsong oder in der Single Quiet Love, die mit Hilfe von Paul Weller, in dessen Studio das neue Album entstand, aufgenommen wurde, gibt’s durchaus bemerkenswerte Passagen zu bestaunen.

Ein Album, das einen zwiegespalten hinterlässt. Auf der einen Seite sind das wunderschön arrangierte Songs, aber man vermisst den Spaß, den die Band so ausgezeichnet hat. Aber manchmal, wie in Is it long, till it’s over oder Birth of a nation flackert diese ungebremste Spielfreude kurz auf und das kommt keine Sekunde zu spät.

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Text: Dennis Kresse