Ewian wurde im März 2013 von Ewian Christensen gegründet, der auf dem nun vorliegenden Werk für Gesang, Songwriting, Piano und Klangkomposition verantwortlich zeichnet. Komplettiert wird das Ensemble durch internationale Musiker aus London, Wien und Chicago. Good old underground ist ein fulminantes Album das sich aus einer Melange aus Shoegaze, Muse, Placebo und experimentellen Sounds zusammenfügt. Ewian kombinieren am Industrial angelehnte Klänge, lärmige Gitarren und die kraftvolle Stimme des Namensgebers Ewian Christensen zu ausgereiften Songs, die mit brachialer Kraft aufschlagen. Beeindruckend, wie der Gesang sich immer wieder ins Falsett hochschwingt und scheinbar mühelos über der Musik schwebt.

Trotz – oder vielleicht auch gerade wegen – der Klangwände wohnt dem Album eine wunderbare Melancholie inne, die gerade beim zweiten Track Good old underground ausbricht, der in Erinnerungen an die wunderbaren Jugendjahre schwelgt und der Stimmung von damals huldigt, in der man gleichsam unbeschwert von Hektik und Alltag das Leben genossen hat.

Escape schraubt sich in lärmende Höhen und endet nach einem Piano-Intro in einer fulminanten und hymnisch-euphorischen Wall-of-Sound; klagend, mit einem Hauch von Ernüchterung wiederholen sich die letzten Zeilen: „nice dream“.

The last poem und Black star warten mit wunderbar eingängigen Gesangslinien auf, die aber keine Sekunde Gefahr laufen, ins poppig-kitschige abzugleiten. The last poem beginnt zurückhaltend, und schlägt zu Beginn der Strophe mit aller Wucht zu. Und die umher flirrenden Gitarren bei Black star verdrängen jeglichen Gedanken, an einen pop-song. Vielmehr bilden sie den perfekten Kontrapunkt.

Zampano gerät düsterer und schwerer, das Schlagzeug donnert unheilsschwanger. Der Refrain steigert sich in einer Art und Weise, dass er Matthew Bellamy vor Neid erblassen lassen würde.

Den Abschluss bildet When I was dead. Sphärische Klänge begleiten Ewian auf seiner scheinbar letzten Reise. Gesäumt von sirenenhaftem Gesang und symphonischem Stakkato wird die Schwere zur Schwebe.

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Text: Thorsten Lühl