Der Typ ist schön schräg, das merkt man schon im Opener Restless year, einer total unorthodox zusammen gerührten Nummer mit einem Ohrwurmrefrain und einer unwiderstehlichen Orgel und dazu Schrammelgitarren, dass es eine wahre Freude ist. Diese Freude bleibt zum Glück auf Albumlänge und so ist Perpetual Motion People trotz seiner eher nachdenklich stimmenden Lyrics eher ein Album, das klingt, als ob sich die Beach Boys mit Vampire Weekend getroffen hätten, um gemeinsam einen draufzumachen. Aber der Mann aus Chicago, der auf dem Cover geschminkt und im Rock da steht und mittlerweile in San Francisco lebt, kann auch anders, wie man an der todtraurigen Ballade Hour of Deepest Need sieht, die das hält, was der deprimierende Titel verspricht.

Danach ist aber wieder Schluss mit zumindest melancholischer Musik. The Boyfriends, so der Name von Furmans aktueller Band, blasen zum Angriff, mit so manch krachendem Saxofon, wilden Handclaps und verrückten Melodien. Dieser 50er-Jahre-Spirit verbreitet ausgelassene Stimmung und stimmlich erinnert der 26-jährige an Gordon Gano von den wunderbaren Violent Femmes.

Ein herrlich buntes musikalisches Kuddelmuddel, serviert von einem, der genauso bunt und lebensfroh ist wie seine Musik.

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Text: Dennis Kresse