Man liest ihren Namen schon recht häufig in der Presse – und der Wirbel ist berechtigt: Hinter Fat Freddy’s Drop verbergen sich sieben Musiker aus Neuseeland, deren Musik allerdings eher an Jamaika erinnert. Mit ihrem dritten Studioalbum Blackbird präsentiert die Band neun Stücke, die irgendwo zwischen Dub und Downbeat liegen, aber mit Electro, ein wenig Jazz und Soul entscheidend verfeinert werden. Aus den Boxen dröhnt ein kräftiger, aber sehr fein eingesetzter Bass, der dem Bläsersatz der Band als Gegenpart dient. Dazwischen reihen sich drum machines, Gitarren, elektronische Sounds und allerlei Rhythmisches sehr passend und ergänzend ein. Das alles wird letztlich von Dallas Tamairas Gesang abgerundet. Daraus resultiert eine seltsame Spannung in dieser doch eher entspannt wirkenden Musik.

Es ist einfach stark, wie gekonnt und vielseitig die Band ihren Sound einsetzt, ohne die Songs unnötig zu verlängern. Zwar dauern alle Stücke mit fünf bis fast zehn Minuten weitaus länger, als man es erwartet, aber durch die vielen Details in den Songs fällt das überhaupt nicht auf. Im Gegenteil: „gut Ding will Weile haben“ – und das wird hier erneut gezeigt. Stets zwischen den Genres wandernd und doch zielstrebig ihren eigenen Klang schaffend zeigt die Band, wie schlichtweg cool Rhythmen sein können. Diese Grooves sind keine billigen Glückstreffer, sondern zeigen die musikalische Klasse der Band ganz deutlich.

Kurz gesagt: Fat Freddy’s Drops „Blackbird“ als „Sommersoundtrack“ abzutun wird dem Album keineswegs gerecht. Was die Band hier vorlegt, ist viel mehr als das – nämlich ein großes Werk, das seinesgleichen sucht.

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Text: Wolfgang Merx