Reimann – Geil Mann. Immer noch kein Gangster-Rap. Ferris MC, bürgerlich Sascha Reimann, veröffentlicht sein zweites Solo-Album nach 11 Jahren. Die Zeit dazwischen hat er natürlich nicht ungenutzt gelassen und produzierte unter anderem Platin-Scheiben mit Deichkind, bei denen er unter Ferris Hilton auftritt. Glück Ohne Scherben hat aber nichts mit Deichkind zu tun. Jetzt macht er ein Album mit Sachen, die in ihm stecken, wie er neulich bei backspin im Interview sagte. Künstlerisch verarbeitet er also vieles. „Tiefe Texte, aber nicht schwer verdaulich“ bezeichnet er seinen Stil auf der neuen Platte. Gekonnt, denn keiner seiner Tracks kratzt nur an der Oberfläche oder ist vorhersehbar.

Trotzdem bleibt es sehr unterhaltsam. Auf Monstertruck zum Beispiel macht Ferris diverse gesellschaftskritische Anspielungen und wird wie gewohnt – rau und laut. Ähnlich vom Stil ist auch Zahnfee. Auch hier ist Ferris ganz schön witzig. Nach all den Jahren hat er sich immer noch kein Gangster-Rap-Image zugelegt. Ihm geht es um die Message. Spätestens da merkt man – Ferris ist wieder da. Er selbst fühlt sich wie ein „Newcomer im gehobenen Alter“. Stimmt ja auch irgendwie. Den einen repräsentativen Song, den man sich anhören muss, um die ganze Platte zu verstehen, gibt es aber nicht. Ferris gibt sich facettenreich und wandelt so durch die Stile. Schwach ist allerdings das Feature von Eko Fresh auf KILL KILL KILL. Den Part hätte der Track echt nicht gebraucht, um ins Ohr zu gehen.

Neu im Team sind Management und Produzent. Diese Neuerungen haben dazu beigetragen, dass die Arbeit an Glück Ohne Scheiben intensiv und zeitaufwändig war. Unterm Strich hat sich diese Mühe gelohnt. Ungewohnt poppig ist es, mit einem satten Sound und natürlich vielen gebrochenen Knochen. Mal sehen, ob es neben den alten Fans auch die Jungen abholt!

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Text: Elina Raddy