Noch vor dem Release seines Solo-Debüts The Seaside Stories lud Thorsten Finner zu zwei besonderen Konzerten ein, die direkt am Ort des Geschehens stattfanden, der aus zweierlei Hinsicht ungewöhnlich wirkte: Zum einen ist es wohl eher selten, dass man ein Konzert in Osterholz-Scharmbeck besucht, zum anderen, dass dies direkt im Studio des Musikers geschieht. Ein ungewöhnlicher Schritt, der aber hervorragend aufging, denn beide Shows im Farida Studio waren ausverkauft und zeigten einen gelösten Thorsten Finner, der mit seiner Band und dem Publikum eine Menge Spaß hatte und gelungene Konzertabende bot. Einen kleinen Mitschnitt der beiden Abende gibt es nun in Form der EP Live at Farida Studio, die insgesamt acht Stücke beinhaltet.

Im Mittelpunkt steht dabei natürlich das Album The Seaside Stories, mit dessen Stormy Skies die EP eröffnet und direkt eine treibende Indie-Nummer mit leichtem Folk-Charme bietet, bei der auch Gitarrensolo-Passagen ihren Platz haben. Ein Musiker und seine Band ganz in ihrem Element, das merkt man durch und durch, auch bei Stücken wie beispielsweise Barricade oder auch The Bearded Man, das mit einer positiven Melancholie druckvoll nach vorne treibt und Indie-Rock mit Britpop-Anleihen bietet.

Einen kleinen Ausflug in die Everlaunch-Geschichte bot Finner an den Abenden in Osterholz-Scharmbeck ebenfalls, der in Form von Run Run Run auch auf der Live-EP seinen Platz gefunden hat. Mit einer einfühlsamen „stripped down“-Version, die Gänsehaut erzeugt, überzeugt diese Version auf der Veröffentlichung genauso wie vor Ort im Farida Studio. Dass der Folgetitel Diggin‘ In The Past heißt, dürfte dann aber doch eher Zufall sein. In Sachen Melancholie allerdings eines der emotionalsten Stücke auf der EP von einem Abend, der Spaß gemacht hat und auch auf CD noch sehr gefällt. Eine CD, die auch denen gefallen wird, die nicht vor Ort dabei waren.

Wenn dann die letzten Takte von Going Home verklungen sind, ist man als Hörer begeistert vom Gehörten und fängt gerne noch einmal von vorne an. Schade, dass es nur eine EP ist. Aber diese acht Stücke können sich durch und durch hören lassen. Wer eine CD haben möchte: Hier ist Eile geboten, denn die physische Veröffentlichung ist auf 100 Exemplare limitiert. Die digitale Version hingegen ist jederzeit unlimitiert verfügbar. Lohnen tut es sich auf die eine wie auf die andere Art und Weise.

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Text: Marius Meyer