Bevor ich die Rezension über das aktuelle Album der Band Fjørt beginne, muss ich zunächst zugeben, dass ich die Band noch nicht lange kenne. Vor circa einem Monat bin ich zum ersten Mal auf einen Link von ihnen im Internet gestoßen. Soweit, so gut. Relativ schnell habe ich dann herausgefunden, dass Fjørt aus meinem aktuellen Wohnort Aachen kommen und Post-Hardcore machen. Nachdem die Musiker damit direkt zwei weitere Pluspunkte bei mir gesammelt hatten, fand ich heraus, dass schon in Kürze das neue Album D’accord erscheinen wird. Und nun sitze ich hier, die CD in der Hand und kann nach mehrmaligem Hören sagen, dass ich begeistert bin!

Direkt zu Beginn schreit der Sänger der Band dem Hörer die Zeile Zerreiß dein Maul! in den Gehörgang, so dass man sich sofort vorstellen kann, wie der Rest des Albums klingen wird. Und man wird nicht enttäuscht. Song für Song wird hier mehr Aggressivität und Emotionalität aufgebaut, bis man sich schließlich fragt: „Wie wütend können die noch werden?“ Doch es geht immer noch ein Stück angepisster, intensiver, ausgereifter. Die Schnelligkeit spiegelt sich nicht nur in der Musik wieder, sondern auch in der Arbeitsweise des Trios, die es schaffen zwei Jahre nach ihrer Bandgründung schon ihr zweites (!) Album auf den Markt zu werfen. Außerdem ist es teilweise schwer zu glauben, dass nur drei Personen einen derartig vielschichtigen Sound kreieren und produzieren können.

Textlich präsentiert die junge Band viele Themen, die besonders, aber nicht nur ihre Generation betreffen. Beispielsweise werden Zukunftsängste, Gewalt oder Trauer thematisiert. Dabei sind die Intentionen der Texte aber aufgrund des Stils und der Vortragsart des Sängers schwierig zu erfassen und das Spiel mit Mehrdeutigkeiten und Wortspielereien wird perfekt beherrscht. Die Platte bietet also auch nach unzähligen Hördurchgängen immer wieder Neues und es darf angezweifelt werden, ob sie jemals langweilig wird oder totgehört werden kann. Nicht nur die textlichen Fertigkeiten der Musiker, sondern auch die musikalischen Experimente lassen dieses Album gleichzeitig erwachsen, aber auch verspielt klingen. Erwachsen genug, um zu begeistern, verspielt genug, um aufregend zu bleiben.

Abschließend kann ich nur empfehlen dieser aufstrebenden Band eine Chance zu geben, ich persönlich habe lange kein Album mehr gehört, dass mich auf Anhieb so begeistert hat. Wer wissen will, wie Fjørt live klingen, hat dazu eine Fülle an Möglichkeiten. Über vierzig Auftritte sind bisher für das Jahr 2014 geplant und einige davon wurden schon in ganz Europa absolviert. In Deutschland hat man in folgenden Städten, die Chance die Aachener live zu erleben:

03.04.2014 Wiesbaden, Kreativfabrik
04.04.2014 München, Kafe Marat
06.04.2014 Dresden, AZ Conni
07.04.2014 Chemnitz, AC17
08.04.2014 Münster, Baracke
09.04.2014 Hildesheim, Kulturfabrik Löseke
10.04.2014 Hamburg, Kleiner Donnerstag
11.04.2014 Neubrandenburg – AJZ
14.04.2014 Detmold, Alte Pauline
15.04.2014 Köln, Club Privat
16.04.2014 Marburg, Café Trauma
17.04.2014 Aachen, Musikbunker
19.04.2014 Illingen, JuZ
24.04.2014 Bonn, Bla
25.04.2014 Osnabrück, Bastard Club
26.04.2014 Wermelskirchen, AJZ Bahndamm
07.05.2014 Essen, Emokeller
23.05.2014 Espelkamp, isy7
24.05.2014 Neumünster, AJZ
25.05.2014 Braunschweig, Nexus
30.05.2014 Mannheim, Maifeld Derby
21.06.2014 Krumpa, What The Fuck Festival
28.06.2014 Bamberg, Up Yours Sommerfest

Homepage: fjort.bandcamp.com
Facebook: www.facebook.com/fjort

Text: Melvin Damian Klein