Die Welten von Flint Glass sind gekennzeichnet von Kälte und Finsternis. So jedenfalls auf den bisherigen Veröffentlichungen, seien diese nun alleine (Nyarlatotep) oder in Kollaboration (Zoran’s Equation) entstanden. Zudem wurden die Werke entweder von Horrorliteratur oder düsterer Science Fiction inspiriert. Das neueste Werk Deus Irae macht hier auch keine Ausnahme. Thematisch vom postnuklearen Endzeitroman Des Gottes Zorn inspiriert, begibt man sich auf eine dystopische Reise, die zwischen Mystik und Endzeit schwankt und durchweg das Gefühl einer diffusen Bedrohung aufrecht erhält.

Ein Gefühl, das sich immer wieder auf neue Weise präsentiert: Während man zu Beginn das Gefühl hat, metallene Schächte öffnen sich und verschlingen einen, kommen im Laufe der Zeit Geräusche von Funkgeräten und krabbelnden Kleintieren hinzu oder das Zerschellen von Gemäuer, Kettengerassel und viel mehr. Immer wieder gepaart mit düsteren Soundscapes, tiefen Bässen und Chorälen. Musikalisch lässt man dabei die Grenzen zwischen Tribal Industrial und Dark Ambient immer wieder zerfließen und lässt Momente der Ruhe fließend in vielschichtige Klangcollagen übergehen.

Das aus gerade mal zwei Stücken bestehende Deus Irae lässt innerhalb von einer Dreiviertelstunde den Hörer tief in apokalyptischen Landschaften versinken. Wem das nicht reicht, der erhält noch fünf Remixe von _Hologram, Sylvgeist Maelstrom, Spherical Disrupted, Ah-Cama Sotz und Iszloloscope, was diese Veröffentlichung nicht nur zu einer gelungenen, sondern auch runden Angelegenheit macht.

Text: Tristan Osterfeld