Es ist wohl doch so, dass man erst durch eine Leidenszeit gehen muss, um solche persönlichen Alben aufzunehmen, wie es Mann über Bord von Flo Mega ist. Er hat mit seiner zweiten Platte nach Die wirklich wahren Dinge wieder mal eine Entwicklung vollzogen. Dass er einer der glaubhaften Soulmänner dieses Landes ist, das ist mit Mann über Bord sicherer denn je. Schon der Opener Soul II Soul ist eine Nummer, die mit ihren funky Bläsersätzen und dieser charismatischen Stimme an die großen Vorbilder des Bremers, wie James Brown oder Wilson Picket erinnert. Mit einer ungeheuren Power vereinigt Flo Mega die Soulkultur der frühen 60er mit den Klängen von heute.

Die Gäste auf Mann über Bord wie DJ Stylewarz oder Samy Deluxe sind über jeden Zweifel erhaben. Wer Flo Mega kennt, der weiß, wie authentisch der Mann ist und dass er das, was er singt, auch genauso meint. Bestes Beispiel ist die biographische Nummer Hinter dem Burnout mit der zutreffenden Aussage, dass es immer weitergeht. Das Scheißspiel, das sie Liebe nennen ist eine Uptempo-Nummer mit bissigem Humor, den wohl alle unglücklich Verliebten gut verstehen werden.

Weltempfänger ist eine hochemotionale Beschreibung seiner Befindlichkeiten, schon allein der Beginn diese Stücks „Zeitung lesen hab ich mir abgewöhnt, weil die Überschriften überall zu sehen sind“ ist, ist zeitlos. Dazu machen die Ruffcats aus dieser Ballade eine Soulnummer vom Allerfeinsten.

Hier hat Flo Mega ein richtig gutes Album aufgenommen, mit viel Seele und allen emotionalen Dingen, die das Leben und die Liebe so auszeichnen.

Weitere Artikel
Interview: Mit Flo Mega in Köln (Dezember 2013)
Konzertbericht: Flo Mega – 24.11.2013, Köln Gloria

Homepage: www.flomega.de
Facebook: www.facebook.com/MrFloMega

Text: Dennis Kresse